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Umgang mit Spenden in der Linsingen-Kaserne: Wir nehmen Stellung zu widersprüchlichen Aussagen

Es sind keine Flüchtlinge mehr in der Hamelner Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Gelände der Linsingen-Kaserne untergebracht. Seit einigen Monaten wird die Einrichtung „zurückgebaut“ und ist bis zum Jahresende zu räumen: Zimmer werden leer geräumt, Einrichtungsgegenstände eingelagert und Materialien warten auf den Abtransport. Ein großer Teil der angeschafften Dinge gehören dem Land Niedersachsen. Doch nach wie vor liegen unzählige gespendete Kleidungsstücke und Spielzeug in den Lagerregalen der Kaserne. Was passierte aber mit den großzügigen Spenden nach dem 31.12.2016? Zu der Ausgabe und widersprüchlichen Aussagen dazu berichtete in der letzten Woche die Deister- und Weserzeitung.

Fakt ist: Bereits seit Monaten werden die gespendeten Spielsachen und die Bekleidung an viele Organisationen, Einrichtungen, Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer verteilt. Seit ungefähr Mitte des Jahres gehen die Verantwortlichen auf Institutionen zu, bei denen möglicherweise Bedarf besteht. Weiter haben die DRK-Mitarbeiter des Info-Mobils landkreisweit über diese Möglichkeit der Spendenverteilung informiert. Und auch andere Gelegenheiten wurden genutzt, unter anderem eben auch die kostenlose Verteilung von Spielzeug an alle Kindergärten und Kindertagesstätten, die Flüchtlinge betreuen. Auch Einrichtungen wie der Umsonstladen in Bad Münder nutzten bereits dieses Angebot, um Regale zu füllen und Kleidung ausgeben zu können. „Wir sind sehr dankbar, dass wir gefragt wurden und Dinge für unseren Laden abholen dürfen“, freut sich Monica Gräfin Adelmann, Vorsitzende des Umsonst-Vereins in Bad Münder. „Alle, die im Bereich der Flüchtlingsarbeit unterwegs sind und Bedarf hatten und haben, werden von uns unterstützt“, erklärt der organisatorische Leiter, Wilfried Binder.

 

Aber auch aus den eigenen Reihen wurde Bedarf angemeldet: Mitarbeiter wie Khaled El Barrini mit Migrationshintergrund fragten, ob sie nicht gegen einen kleinen Beitrag für ihre Kinder aus diesem reich bestückten Lager Winterkleidung bekommen könnten. Doch da es sich nicht um Flüchtlinge handelte, viele Spenden bisher aber nicht verteilt werden konnten, wurde die Idee von den Einrichtungsleitungen, Wilfried Binder und Lieselotte Sievert, entwickelt, Kleidung ab September für sehr wenig Geld zu verkaufen. Driss Mayngote, Sprachmittler in der Einrichtung und Vater von drei kleinen Kindern erklärt dankbar: „Diese Möglichkeit hat meiner Familie viel geholfen.“ Der bisherige Erlös geht an bereits umgesetzte und geplante Flüchtlingsprojekte des DRK und wird somit weiterhin zweckgebunden eingesetzt. Zu nennen sind hier unter anderem die Erstausstattung für hier geborene Flüchtlingskinder sowie Integrationsprojekte vor Ort im Landkreis. „Mit dieser Maßnahme meinten wir den Spenderwillen am ehesten gerecht zu werden. Unser Grundgedanke war: Wir wollen helfen. Leider ist es uns offensichtlich nicht gelungen, dies richtig darzustellen und haben daher den Verkauf umgehend eingestellt. Wir bitten die Missverständnisse zu entschuldigen“, so Binder und Sievert.

 

Damit das Lager aber geräumt werden kann, findet wie angekündigt am Montag, dem 7. November 2016, von 12 bis 15 Uhr die Ausgabe der gespendeten Dinge zur weiteren Verwendung für die Flüchtlingsarbeit statt. Flüchtlinge und Flüchtlingsbetreuer, Organisationen und Einrichtungen können an diesem Tag kostenlos – wie bisher auch schon – das Angebot nutzen. Abhängig vom Warenbestand nach diesem Termin werden gegebenenfalls weitere Termine bekannt gegeben. Auch für weitergehende Vorschläge zur Nutzung der Spenden sind wir dankbar.

 

Die Ankündigung zu dieser Maßnahme an alle DRK-Einrichtungen in der durch die Presse bereits beschriebenen E-Mail war unglücklich und missverständlich gewählt. „Zu keinem Zeitpunkt war es unsere Absicht, unseren Mitarbeitern einen Vorteil zu verschaffen. Da haben wir einen Fehler gemacht“, geben Binder und Sievert unisono zu.

 

Da zum Zeitpunkt der Anfrage der Deister- und Weserzeitung nicht alle Verantwortlichen erreichbar waren und kein einheitlicher Kenntnisstand vorlag, kam es durch die Aussagen zu Irritation und Empörung in der Öffentlichkeit. „Für die Unannehmlichkeiten und Missverständnisse entschuldigen wir uns bei allen Spendern und der anteilnehmenden Öffentlichkeit“, ist die einheitliche Aussage der Verantwortlichen.

31. Oktober 2016 15:59 Uhr. Alter: 1 Jahre