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in einem Ortsverein des DRK-Kreisverbands Weserbergland e.V.

Übung für den Ernstfall

Am Samstag, den 19. November 2016, fand in Hameln eine Schulungs- und Ausbildungsübung der Medical Task Force (MTF) der Polizeidirektion Göttingen statt

Die Medical Task Force auf dem Weg zum Übungsgelände

(gs) Bundesweit wurden durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe 61 Medical Task Forces eingerichtet und ausgestattet. In Niedersachsen wurde jeder Polizeidirektion eine Medical Task Force (MTF) zugeordnet. Eine MTF ist eine mit Ärzten und Sanitätern besetzte taktische Sanitätseinheit mit besonderer Ausstattung. Sie  kann nicht nur örtlich begrenzt, sondern auch bundesweit dort eingesetzt werden, wo eine große Anzahl von Verletzten versorgt werden muss.  Zu den Aufgaben einer MTF gehören unter anderem die Dekontamination Verletzter und der Aufbau von Behandlungszelten sowie der Transport der Patienten. 

Die Medical Task Force der Polizeidirektion Göttingen ist die erste MTF, die mit der kompletten Einheit eine Schulungs- und Ausbildungsübung durchführte. Die Kolonne von 20 Einsatzfahrzeugen fuhr um 9:00 Uhr vom DRK Standort "Am Damm" durch die Innenstadt an der Rattenfänger Halle vorbei über die Münsterbrücke zum "Wouldham Camp". An der Übung auf dem ehemaligen Truppenübungsgelände der britischen Streitkräfte  nahmen 180 Einsatzkräfte, Ärzte und Sanitäter vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und Arbeiter Samariter Bund (ASB) sowie der Umweltzug der Feuerwehr Northeim als Übende teil.  Die Einsatzkräfte kamen aus Göttingen, Hameln, Hildesheim, Holzminden, Nienburg, Northeim und Schaumburg. Die Übungsleitung lag in den Händen von DRK Bereitschaftsleiter Michael Bretzing. 

Geübt wurden die Dekontamination von Verletzten und das Patientenleitsystem. Dazu wurde der Behandlungsplatz 50  (BHP 50) aufgebaut. Er besteht aus aufblasbaren, beheizten  Sanitätszelten. Auf ihm können innerhalb einer Stunde 50 Verletzte versorgt werden. Während der Übung wurden die Verletzten je nach Lage entweder zunächst zur Dekontamination oder direkt zum Behandlungsplatz gebracht. Dort wurde sie gesichtet und behandelt. Danach erfolgte der Transport zur weiterführenden Behandlung mit Krankenwagen (KTW).  Eine zusätzliche Herausforderung für die KTW's war , dass die Weser mittels einer vom Technischen Hilfswerk gebauten Fähre überquert werden musste.

60 Beobachter, Fachleute aus den beteiligten Landkreisen, dem Innenministerium, der Polizei, den Feuerwehren, dem THW und den beteiligten Hilfsorganisationen verfolgten den Übungsablauf. Finanziert wurde die Übung vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport.

Der Vizepräsident der Polizeidirektion Göttingen, Bernd Wiesendorf, sagte:" Nur durch eine solche Übung können wir uns für den eventuellen Ernstfall professionell vorbereiten. An einem solchen Tag dürfen Fehler passieren. Genau dadurch werden wir besser. Ich möchte mich bei allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern bedanken. Sie waren und sind verlässliche Partner an unserer Seite für die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger".

Die Bereitschaften des DRK Kreisverbandes Weserbergland e.V. sorgten für den Rahmen der Veranstaltung. Die Notfalldarstellung Deister-Süntel schminkte die Verletztendarsteller, die sowohl aus den eigenen Reihen, als auch aus den Reihen der freiwilligen Feuerwehren stammten. Die Küchenmannschaft aus den Bereitschaften Bad Münder und Golmbach sorgte unter der Leitung von Sebastian Möbus für das leibliche Wohl der Teilnehmer und Beobachter. Die Bereitschaft Bad Pyrmont stellte die Gästeführer. Für die Logistik zeichnete der Einsatzzug Hameln verantwortlich.

Fazit der Ausbildungsübung war, dass die Zusammenarbeit sehr gut funktionierte und die MTF leistungsfähig ist.  Kleine Schwachstellen sind aufgedeckt worden.  Die Übungsteilnehmer konnten einen Auswertebogen ausfüllen, der dazu beitragen soll, die Ausbildung zielorientierter und damit in Zukunft besser auszurichten.

Um 18:00 Uhr war Übungsende.

 

 

 

24. November 2016 11:23 Uhr. Alter: 1 Jahre