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Keine Flüchtlinge: Was machen Sozialarbeiter, Sprachmittler, Helfer & Co?

Rund 1.000 Flüchtlinge waren in Hamelns Familien-Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen Linsingen-Kaserne in Hameln zwischenzeitlich untergebracht. Dieser Strom ist abgerissen. Wie es weiter geht, wird heiß diskutiert. Doch was machen die Mitarbeiter der Erstaufnahmeeinrichtung, die größtenteils über den DRK-Kreisverband Weserbergland angestellt sind?

Herzlich willkommen in der Erstaufnahmeeinrichtung - wie lange noch?

(isy) Aufgrund des Zuwanderungsstromes im Spätsommer und Herbst des letzten Jahres wurde die Linsingen-Kaserne in Hameln kurzfristig erst in eine Notunterkunft und dann in eine Familien-Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge umfunktioniert. Innerhalb weniger Wochen und Monate ist hier unter der Leitung der DRK-Mitarbeiter Lieselotte Sievert und Wilfried Binder eine sehr gut strukturierte Einrichtung entstanden, die auf hohem Niveau den vielen Menschen auf der Flucht eine vorübergehende Unterkunft geben kann. 

Doch nun reisen nur noch wenige Flüchtlinge pro Tag nach Deutschland ein. Die Zahl ist seit Mitte Februar stark rückläufig. In der Hamelner Unterkunft leben zurzeit noch 16 Menschen. Was bedeutet das für die Mitarbeiter in der Hamelner Einrichtung? Denn eines sollte man bei der bisherigen Diskussion nicht vergessen: Hinter all den großen Worten stehen auch Menschen und deren Arbeitsplätze. 

Die Aufgaben der Helfer und Mitarbeiter haben sich gewandelt. "Statt zu reagieren können wir nun agieren", erklärt die pädagogische Leiterin, Lieselotte Sievert, die neue Situation ganz optimistisch. "Vor einigen Wochen stand noch die Erstversorgung im Mittelpunkt der Arbeit - nun werden die Arbeiten ausgeführt, die eigentlich vor der Inbetriebnahme einer solchen Einrichtung stehen sollten." Die derzeitige Entspannung wird dazu genutzt, um die Hilfe-Strukturen zu optimieren.

Unter anderem hospitieren die Mitarbeiter in anderen Erstaufnahmeeinrichtungen, wie zum Beispiel Schwanewede, um gut funktionierende Abläufe übernehmen oder für die eigene Einrichtung optimieren zu können. Fort- und Weiterbildungen sowie Schulungen finden statt, die aufgrund des bisher herrschenden Zeitmangels nicht wahrgenommen werden konnten. Bereits etablierte Angebote für die Flüchtlinge, wie zum Beispiel die Kinderbetreuung oder auch Deutschkurse, werden nun auch den bereits im Landkreis untergebrachten Menschen offeriert. Ein neu geschaffenes Kinderschutzprojekt für traumatisierte Flüchtlingskinder wird zusätzlich für hiesige Schulen und Kindertageseinrichtungen zugänglich gemacht. Andere Angebote, wie die Fahrradwerkstatt oder der Verkehrsgarten, können von den Kommunen zu Schulungszwecken genutzt werden. Das Außengelände wird angelegt und die Wohnhäuser für die Bewohner grundgereinigt. Auch Überstunden können nun endlich abgebaut werden. "Grundsätzlich birgt diese Situation für die Mitarbeiter die Gelegenheit zum Durchatmen", so Sievert und Binder. "Wir konzentrieren uns in jedem Fall auf unsere Arbeit und hoffen, dass bald eine Entscheidung bezüglich der Einrichtung getroffen wird."

12. April 2016 14:22 Uhr. Alter: 2 Jahre